Dieses Grillgemüse könnte giftig sein

Wussten Sie, dass Kartoffeln, Tomaten, Bohnen, andere Gemüsesorten und auch Honig giftige Stoffe enthalten können? In diesem Artikel erklären wir ihnen, was es mit dem Begriff „giftiges Grillgemüse“ auf sich hat.

Inhaltsverzeichnis

Potenziell giftiges Grillgemüse

Gemüse ist gesund, egal ob es aus dem Supermarkt, vom Biobauern oder aus dem eigenen Garten stammt und die Deutschen essen Gemüse nicht nur gerne als Beilage zum Grillen, sondern grillen Gemüse fast genauso gerne wie Fleisch.

Generell ist giftiges Grillgemüse eher eine seltene Sache. Unter Umständen können manche Gemüse und manches Obst aber giftig sein.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, jeden Tag zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse zu essen. Allerdings gibt es einige Ausnahmen von dieser Regel. Einige beliebte Gemüsesorten können nämlich auch manchmal giftig sein.

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Kartoffeln

Die Kartoffel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und ist botanisch als Solanum tuberosum bekannt. Sie bilden auch Solanin, ein Sammelbegriff für zwei Gifte, die Glykoalkaloide genannt werden. In einem Kilogramm können zwischen 200 und 500 Milligramm dieser Stoffe enthalten sein. Die Faustregel besagt, dass 2-5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht als giftig gelten und 3-6 mg tödlich sind. Um ein ernsthaftes Risiko dazustellen, müsste ein Erwachsener somit etwa zwei Kilogramm Kartoffeln essen. Für kleine Kinder reicht jedoch schon ein Bruchteil davon aus, um bedenklich zu sein.

Übrigens: Kartoffeln, die in direktem Sonnenlicht aufbewahrt werden, entwickeln grüne Flecken, die eine besonders hohe Giftkonzentration aufweisen. Solanin wird durch Kochen nicht zerstört, daher sollte man bei der Zubereitung von Speisen darauf achten, dass Keime und grüne Stellen vor dem Kochen entfernt werden. Um Nährstoffverluste und Schälen zu vermeiden, kochen Sie die Kartoffeln in der Schale und schälen Sie sie erst direkt vor dem Verzehr.

Lust auf Grillkartoffeln mit Quark oder Zaziki? Dann ist ein Hybridgrill vielleicht genau das richtige für Sie.

Tomaten

Das Lieblingsgemüse der Deutschen gehört ebenfalls zur Familie der Nachtschattengewächse und enthält daher Solanin, das hilft, sich gegen mögliche Fressfeinde zu wehren.

Wenn die Tomaten noch grün sind, lassen Sie sie ein paar Tage reifen. Da unreife Tomaten bis zu 32 Milligramm Solanin pro 100 Gramm enthalten, sind sie so nämlich nicht bekömmlich. Reife Tomaten hingegen enthalten kein Gift oder nur Spuren von bis zu 0,7 Milligramm. Da der Stielansatz besonders viel Solanin enthält, ist es sinnvoll, ihn vor dem Kochen keilförmig zu entfernen.

Die Sorten ‚Evergreen‘, ‚Green Zebra‘ und ‚Green Grape‘ sind allerdings auch grün noch unbedenklich, da sie auch grün bereits reif sind.

Auberginen

Auberginen sind Nachtschattengewächse, genau wie Tomaten und Paprika. Auch unreife Auberginen sollte man vor dem Verzehr daher reifen lassen. Moderne Kultursorten enthalten allerdings meist kein oder nur wenig Solanin. Die meisten Auberginen vom Bauernmarkt oder aus dem Laden können Sie bedenkenlos sofort verzehren. Auch roh. Was wegen der darin enthaltenen Bitterstoffe jedoch nicht sehr schmackhaft sein wird.

Zucchini

Selbst die leckeren Zucchini können Stoffe enthalten, die Übelkeit, Magenbeschwerden und Darmschäden hervorrufen – die Cucurbitacine. Das gilt auch für ihre Verwandten, den Kürbis und die Gurke. Die Stoffe schützen die Pflanzen nämlich vor Fressfeinden wie Insekten.

Da Cucurbitacine wasserlöslich sind, können Sie ihre Konzentration verringern, indem Sie das Gemüse kochen oder in dünne Scheiben schneiden und einige Stunden in Essig oder Zitronensaft einlegen.

Das Problem beschränkt sich jedoch auf Gemüse aus dem eigenen Garten. Das liegt daran, dass die im Laden gekauften Zucchini von Sorten stammen, aus denen man die Bitterkeit bereits herausgezüchtet hat. Wer die Pflanzen selbst im Garten anbaut, muss damit rechnen, dass die unerwünschte Eigenschaft wieder auftaucht. In Heidenheim ist vor einigen Jahren deswegen sogar ein Rentnerpaar ums Leben gekommen. Wenn Zucchini bitter sind, essen Sie sie daher besser nicht.

Ob Sie die Zucchini dabei roh oder gekocht essen, ist nicht wichtig. Denn die Gifte werden beim Kochen nicht ausgeschaltet.

Rhabarber

Das Stangengemüse enthält einen Reizstoff, die so genannte Oxalsäure, die die Mundschleimhäute pelzig werden lässt. Die Säure ist giftig und kann für Menschen mit Gicht, Rheuma oder Nierenproblemen problematisch sein. Die enthaltenenen Mengen sind allerdings relativ gering. Ein Kilogramm Rhabarber enthält ca. fünf Gramm Oxalsäure. Um die tödlichen 5 bis 15 Gramm zu sich zu nehmen, müsste man also 1 bis 3 kg essen.

Kochen ist übrigens eine gute Methode, um den Oxalsäuregehalt zu senken. Da die Säure zum Teil ins Kochwasser abgegeben wird, (das Sie nach dem Kochen weggießen sollten).

Spinat

Stimmt es eigentlich, dass Spinat beim Aufwärmen giftig wird, wie viele Leute behaupten? Das ist tatsächlich nicht annähernd so gefährlich, wie Sie vielleicht denken.

Ob frisch oder tiefgekühlt, gekocht oder ungekocht, gilt allerdings: Reste von Spinat sollten so bald wie möglich verbraucht werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt außerdem, auf das Aufwärmen ganz zu verzichten. Spinat enthält nämlich Nitrat, das von den im Gemüse vorhandenen Bakterien in Nitrit umgewandelt, das ungesund ist und Spinat. Übrigens enthalten auch Rucola, Salate, Kohlrabi, Rote Beete und Radieschen viele Nitrate.

Für Erwachsene sind in Spinat jedoch Konzentrationen vorhanden, die in der Regel unbedenklich sind. Nur bei Neugeborenen und Kleinkindern kann die versehentliche Verabreichung von Nitrit im Spinat zu schweren Durchfällen führen.

Alle, die gärtnern, sollten daher am Abend ernten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Licht am Tag das Nitrat im Gemüse zerstört.

Da in der ökologischen Landwirtschaft keine nitrathaltigen Stickstoffdünger verwendet werden, enthalten ökologische Erzeugnisse generell weniger Nitrat als konventionell erzeugtes Gemüse.

PS.: Kann man Spinat überhaupt als giftiges Grillgemüse bezeichnen? Schicken Sie uns doch mal ein paar Grillrezepte mit Spinat!

Bohnen und Linsen

Kichererbsen, Kidneybohnen und grüne Bohnen haben einen hohen Gehalt an Eiweißmolekülen – die sogenannten Lektine – die in den meisten Hülsenfrüchten enthalten sind. Sie führen dazu, dass die roten Blutkörperchen verklumpen, wodurch sich der Sauerstofftransport im Blutkreislauf verschlechtert. Bei Kindern kann schon eine einzige rohe Bohne Probleme auslösen. Bei Erwachsenen reicht dagegen schon eine Handvoll roher Bohnen. In gewöhnlichen Erbsen ist keine oder nur eine geringe Menge des Giftes enthalten.

Das Toxin wird beim Kochen zerstört. Die Lektine können daher in nur 15 Minuten neutralisiert werden und damit sind Erbsen und Bohnen schnell kein giftiges Grillgemüse mehr.

Tiefgefrorene Hülsenfrüchte wurden dagegen im Voraus zubereitet und sind daher wesentlich sicherer. Auch Sprossen können bedenkenlos verzehrt werden. Das liegt ganz einfach daran, dass auch mit dem Keimen viele der gefährlichen Bestandteile abgebaut werden.

Honig zum Verfeinern - Zwar kein giftiges Grillgemüse aber trotzdem nicht ohne!

Honig ist ein süßes, zähflüssiges Lebensmittel, das von Bienen und anderen Insekten hergestellt wird. Er wird als Süßungsmittel und als natürliche Medizin verwendet. Honig enthält viel Zucker und Kalorien und kann Karies verursachen. Außerdem enthält er Spuren von Giftstoffen, die Leber und Nieren schädigen können. In großen Mengen konsumiert, kann Honig sogar tödlich sein.

Besonders Säuglingen sollte gar kein Honig gegeben werden. Da es sich um eine natürliche Substanz handelt, ist nämlich möglich, dass die Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum darin enthalten sind. Sie können in einer sauerstofffreien Umgebung (anaerob) Toxine produzieren, die bei Säuglingen zum sogenannten Säuglingsbotulismus führen.

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Es war unfassbar knusprig und saftig.

Grillen lässt sich Gemüse am besten mit dem richtigen Equipment. Haben Sie schon das passende Grillzubehör? Unser Guide zeigt Ihnen, was Sie wirklich brauchen.

Wirklich giftiges Grillgemüse ist eher selten aber ein bisschen Vorsicht und wissen zu Gemüse und Obst, dass unter Umständen nicht zu 100% bekömmlich ist, ist garantiert keine falsch investierte Zeit.