Grill Trends 2022: So grillt man dieses Jahr

Grill Trends 2022

Nach zwei Jahren des eingeschränkten Kontakts können wir im Jahr 2022 endlich wieder zum Grillen zusammenkommen. Dementsprechend möchten wir unsere Grillmeister:innen mit ihren Rauchmonstern nicht mehr in die hinterste Ecke des Gartens verbannen, sondern den Grill ins Zentrum des Geschehens rücken – möglicherweise sogar direkt auf den Tisch.

Neben dem gemeinschaftlichen Grillerlebnis steht aber auch das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund. Gemüse und Getreide müssen nicht zwangsweise den Umweg durch ein Tier nehmen, sondern können auch direkt auf dem Grill landen. Inzwischen finden sich in jedem Supermarkt Beyond-Burger und vegane Bratwürste aus Soja und Seitan, aber auch die Lupine wird immer öfter zu Nuggets und Schnitzeln verarbeitet.

Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, sollte am besten zu Bio-Fleisch von regionalen Betrieben greifen. Wenn man statt dem Griff nach abgepacktem Fleisch den Gang an die Fleischtheke wählt, kann man hier viel über die Herkunft und Haltungsbedingungen der verarbeiteten Tiere erfahren.

Der Grill kann aber nicht nur herzhaft, sondern auch süß. Zum Nachtisch können Ananas, Bananen, Erdbeeren oder Pfirsiche in Scheiben geschnitten oder halbiert, kurz angegrillt und anschließend mit Honig oder Agavendicksaft genossen werden.

Der erste Schritt auf dem Weg zum ultimativen Grillerlebnis ist wie immer die Auswahl des richtigen Grills. Wir stellen euch die Vor- und Nachteile der Klassiker und einiger Trend-Grills vor und welche kulinarischen Leckerbissen ihr damit zaubern könnt. Wie immer hängt die Wahl des richtigen Grills von der Wohnsituation und dem Budget ab, aber auch der gewünschte Geschmack spielen eine wichtige Rolle.

Das G in Grillen steht für Gas

Der Gasgrill genießt nicht den allerbesten Ruf, er erfreut sich aber insbesondere bei den jüngeren Generationen immer größerer Beliebtheit. Das liegt wahrscheinlich an der unkomplizierten Reinigung und der spielend leichten Bedienbarkeit. Selbst an einem Wochentag kann nach Feierabend der Grill angezündet und ohne Vorheizen sofort verwendet werden und die regelhaft eingebauten Thermometer machen eine Temperaturregulierung kinderleicht.

Neben Klassikern Rinderfilets und Rib Eye Steaks sollten Fleisch-Fans im Jahr 2022 einigen exklusiveren Fleischsorten, wie Dry-Aged-Beef oder Iberico-Schwein eine Change geben. Neben Kräuterbutter und Olivenöl mit Rosmarin bringt das neue Jahr außerdem viele aufregende Marinaden mit sich. Zu Rind, Wild oder Lamm passt insbesondere ein Coffee Rub, mit dem das Fleisch möglichst schon am Vortrag eingerieben und anschließend in Frischhaltefolie eingewickelt werden sollte. Wie der Name schon sagt, besteht dieser aus Kaffee und verschiedenen Gewürzen und erzeugt eine würzig-süße Geschmackskruste, die wunderbar mit geschmacksintensiven Fleischarten harmoniert.

Der Grilltrend 2022 für Vegetarier:innen ist der Karotten-Hotdog oder Carrot Dog. Dafür werden am Vortrag einige Karotten geschält, gekocht und mariniert und am Grilltag genau wie Hotdog-Würstchen gegrillt und im Hotdog-Brötchen mit den Lieblingstoppings genossen.

Obst grillen?! Schauen Sie doch mal was das beliebteste Grillobst ist.

Der Holzkohlegrill bleibt der Aroma-King

Viele Grill-Fans bleiben trotz Rauchschwaden und Vorheizen eiserne Holzkohlegrill-Enthusiasten. Der Grund? Das typische Holzkohle-Aroma natürlich! Kaum ein Gemüse oder Fleisch kann nicht davon profitieren und deshalb möchten wir euch nicht das hundertste Steak oder die tausendste Wust vorstellen, sondern eine Zubereitungsmethode, von der ihr vielleicht noch nicht gehört habt.

Zusätzliches Aroma kann euer Grillgut nämlich von einem (mehrfach verwendbaren) Stück Zedernholz erhalten. Dieses wird vor dem Grillen für einige Stunden in Wasser eingeweicht, weshalb es auf dem Grill wunderbar zischt und raucht und neben dem zusätzlichen Raucharoma auch ätherische Öle an das Grillgut abgibt. Besonders Lachs profitiert sehr von diesen Aromen, aber auch herzhaftes Fleisch, andere Fischsorten und Gemüse können auf dem Zedernholz zubereitet werden. Bevor Zucchini, Kartoffeln oder Auberginen in Scheiben auf das Brett gelegt werden, sollte dieses allerdings gründlich eingefettet und das Gemüse erst nach dem Grillen gewürzt werden.

Wenn Sie weder auf Gas noch auf Kohle beim Grillen verzichten wollen, dann ist ein Hybridgrill die beste Wahl für Sie. Eine Auswahl beliebter Hybridgrills finden Sie in unserem Test zu den besten Hybridgrills hier.

Japanische Grillkunst für jeden Balkon

Neben Kultur und Architektur können wir uns auch in kulinarischer Hinsicht einiges aus Japan abschauen. Deshalb möchten wir euch den dort traditionellen, aber hier noch nicht besonders weitverbreiteten Konro-Grill vorstellen. Der Konro ist ein länglicher oder quadratischer Tischgrill, der mit einem leichten Drahtrost abgedeckt und aus Diatomeen hergestellt wird. Diatomeen besteht aus gemahlenen Kieselalgen und ist aufgrund seiner schwammartigen Struktur besonders leicht. Selbst der kleinste Gartentisch kann diese Leichtgewichte tragen. Zudem speichert Diatomeen die Hitze des Feuers und gibt sie anschließend gleichmäßig wieder ab.

Traditionellerweise wird im Konro die Holzkohle der japanischen Steineiche verbrannt. Diese ist besonders dicht und verbrennt nahezu geruchlos, was nicht nur toll für Balkone und kleine Gärten ist. Zutaten mit feinen Aromen, wie Aal oder Hähnchen, können dadurch außerdem ihre individuellen Geschmäcker entfalten, ohne von Raucharoma überdeckt zu werden. Da Eichenholzkohle in Deutschland nicht leicht zu finden ist, greifen viele auf Bambuskohle zurück.

In Japan werden auf dem Konro häufig Yakitori – Grillspieße mit Hühnchen, wahlweise aber auch mit Gemüse – und Unagi gegrillt. Unagi ist marinierter und mehrfach gegrillter Aal, der es bei uns sonst nicht so häufig auf den Grill schafft und deshalb ein echter Hingucker ist.

Grillen, backen, räuchern – Alleskönner Keramik

Ebenfalls aus Japan hat der Keramikgrill, oder auch Kamado, den Weg zu uns gefunden. Besonders beliebt sind die Grills von Big Green Egg, Grill Guru und Monolith Icon. Diese Grills sind bedeutend teurer als herkömmliche Holzkohlegrills, dafür sind sie aber auch vielfältig einsetzbar und kommen mit weniger Holzkohle aus. Korpus und Deckel bestehen aus 20 bis 35 cm dicker Keramik, die ein hervorragender Wärmespeicher ist und auch durch das luftdichte Verschließen wird die Wärme im Grill gehalten. Im Korpus sitzt eine Keramikschale, die Feuerschale oder -box genannt und in der die Kohle angezündet wird.

Zum Grillen wird direkt über der Feuerschale der Grillrost aufgelegt. Es kann aber auch eine Keramikplatte (Deflektorstein- oder Platte) auf die Feuerschale gelegt und der Rost darauf gesetzt werden. Darauf kann dann indirekt gegrillt, geräuchert oder gebacken werden. Anstelle des Rosts kann auch ein Pizzastein verwendet werden.

Vom indirekten Grillen profitiert zum Beispiel das Tomahawk-Steak. Dieses wird langsam zur gewünschten Kerntemperatur gebracht (dabei kann euch ein smartes Grillthermometer helfen) und anschließend scharf angegrillt. Vegetarier:innen können eine gusseiserne Pfanne zur Hand nehmen und ein Jackfruit-Gulasch im Keramikgrill zaubern.

Grillen mit Lagerfeuer-Feeling

Zuletzt möchten wir euch die atmosphärische Feuerplatte vorstellen. Dabei handelt es sich um eine Platte mit einer mittigen Öffnung, die direkt auf eine Feuertonne, Grillschale oder einen Kugelgrill gesetzt werden kann. Sie bestehen meist aus Stahl, manchmal aber auch aus Edelstahl oder Gusseisen. Edelstahl verbiegt recht schnell, weshalb Feuerplatten aus diesem Material besonders dick und damit teuer sind. Gusseisen ist etwas schwerer zu reinigen, deswegen würden wir zu Stahl raten. Damit diese nicht rosten, müssen sie vor der ersten Verwendung eingebrannt werden.

Die Feuerplatte sollte größer sein als die Hitzequelle, denn dadurch entstehen unterschiedliche Temperaturzonen. In der Mitte ist es besonders heiß; hier können Fleisch und Burger-Patties scharf angebraten werden. An den Rändern können Burger-Buns warmgehalten und Fleisch langsam gegart werden. Zum Nachtisch können außerdem Pancakes auf der Feuerplatte gebraten und anschließend gefüllt werden.